Fünf Innungen – eine Gesellenfreisprechungsfeier
Die Idee, eine gemeinsame Gesellenfreisprechungsfeier zu veranstalten, hatte sich bereits kurz nach ihrer Realisierung als Glücksgriff erwiesen und mittlerweile zu einer eigenen, schönen Tradition entwickelt. Am 5. März luden die Elektro-Innungen sowie die Innungen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) aus Kassel und Hofgeismar-Wolfhagen bereits zum achten Mal zu einer derartigen Veranstaltung ein. Auch wieder mit dabei: die Metall-Innung Hofgeismar-Wolfhagen, die 2019 als fünfte Handwerker-Gemeinschaft in die Festrunde mit eingestiegen war. Rund 300 Gäste kamen zur Übergabe der Gesellenbriefe an die ehemaligen Auszubildenden in die Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen, begleitet wurden die neuen Gesellen von Eltern, Partnern oder Freunden. Zahlreiche Ausbilder, Betriebsinhaber, Vertreter der Berufsschulen und von Handwerksorganisationen waren ebenfalls bei der Feierstunde anwesend.
Der Obermeister der Elektro-Innung Kassel, Lars Homburg, eröffnete die Veranstaltung und wies die neuen Gesellen darauf hin, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes „Berufe, die die Zukunft tragen,“ für sich ausgewählt hätten. „Sie sorgen in den Bereichen Gebäudetechnik und SHK für die Energiewende.“ Er gratulierte den früheren Auszubildenden zu ihrem Prüfungserfolg und ihren Leistungen im dualen Ausbildungssystem des Handwerks, „um das uns viele in der Welt beneiden.“
In seinem Grußwort ging Manfred Ludewig, Bürgermeister der Stadt Vellmar vorab auf die Tatsache ein, dass an diesem Abend gleich fünf Innungen gemeinsam ihren beruflichen Nachwuchs freisprechen: „Das zeigt die Verbundenheit des Handwerks auch über die einzelnen Gewerke hinaus.“ Er freute sich, dass die Feier in diesem Jahr in Vellmar stattfand und rief die jungen Gesellen dazu auf, ihrem Handwerk und Nordhessen treu zu bleiben. „Unsere Region braucht engagierte Handwerker, die hier unsere Zukunft mitgestalten.“
Ein weiteres Grußwort sprach Stefan Petri, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz; der eigens aus Wiesbaden nach Vellmar angereist war. „Okay, die Frauenquote ist stark verbesserungswürdig“, scherzte er angesichts der Tatsache, dass an diesem Abend keine weiblichen Auszubildenden freigesprochen werden konnten. Er rief die neuen Gesellen dazu auf, Bindeglieder zur nachrückenden Jugend zu werden, und Schülerinnen und Schülern aber auch den neuen Auszubildenden und Praktikanten die Vorteile eines Handwerksberufes deutlich zu machen. „Im Handwerk kann man seinen beruflichen Erfolg selbst in die Hand nehmen und unter vielfältigen Karrieremöglichkeiten auswählen.“
Ein Stichwort, das Johannes Schwarz, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Kassel und stellvertretende Kreishandwerksmeister, in seiner Festrede gerne wieder aufnahm. „Unsere Region hat sich zu einem gefragten Wirtschaftsstandort entwickelt, in dem hochqualifizierte Fachkräfte, wie Sie es sind, gesucht werden“. Dabei böten sich den jungen Menschen viele Zukunftschancen, sei es als Geselle, als Meister oder sogar als Betriebsinhaber, „viele Unternehmer suchen Nachfolger“, so Johannes Schwarz. Er skizzierte kurz die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die die jungen Menschen auf ihrem Karriereweg nutzen können und rief den beruflichen Nachwuchs auch dazu auf, sich in den ehrenamtlichen Gremien des Handwerks zu engagieren, um so die Stimme des Handwerks zu verstärken.
In einem kurzen Interview, das Obermeister Lars Homburg mit Tom Leonard, einem Gesellen aus dem Elektrohandwerk führte, wurde noch einmal deutlich, wie viele Gründe für eine Ausbildung im Handwerk sprechen und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt. Anschließend wurden die Zeugnisse und Gesellenbriefe überreicht. Besonders geehrt wurden die jeweiligen Innungsbesten: Michael Ankiewicz (Elektroinnung Kassel), Luca Scafiddi (Fachinnung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hofgeismar-Wolfhagen), Ian Harseim (Metall-Innung Hofgeismar-Wolfhagen), John Pramann (Elektro-Innung Hofgeismar-Wolfhagen) und Fynn Hartwigk (Fachinnung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Kassel).
Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Büffet, Erinnerungsfotos und vielen Gesprächen. Für die musikalische Begleitung sorgte der Singer/Songwriter Til Maten aus Kassel.