Gesellenfreisprechungsfeier der Zimmerer-Innung Kassel
Kassel. Es ist zwar keine Pflicht, aber eine Tradition, die von diesen Handwerkern ernst genommen wird. Zu Treffen und besonders bei feierlichen Anlässen erscheinen die Zimmerer in ihrer traditionellen Zimmermannskluft. So auch bei der diesjährigen Gesellenfreisprechungsfeier, zu der der Vorstand am Freitag, 14. August, an die Grillhütte des Berufsbildungszentrums des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Bubiza) in Kassel-Waldau eingeladen hatte. Rund 40 Teilnehmende – Vertretende der Ausbildungsbetriebe, überbetriebliche Ausbilder, Förderer, Freunde und Familienmitglieder sowie sechs der insgesamt acht Junggesellen trafen sich in lockerer Runde zu einigen gemeinsamen Feierstunden.
Obermeister Marc Siebert begrüßte die Anwesenden und insbesondere die neuen Gesellen, die sich jeweils kurz dem Publikum vorstellten. „Ihr habt die Lehrjahre geschafft, durchgehalten und auch den Prüfungsstress am Ende überstanden. Ich gratuliere euch zu eurem Erfolg.“ Dass es in der Ausbildung der Zimmerer früher auch andere Gepflogenheiten gegeben hatte, skizzierte der Obermeister dann in einem kurzen Ausblick auf die Geschichte der Gesellenfreisprechung. Die Festrede hielt Johannes Schwarz, Vizepräsident der Handwerkskammer, stellvertretender Kreishandwerkmeister und selbst Zimmerer-Meister. Er ermunterte die erfolgreichen Prüflinge, das Erlernte zu nutzen, sich stets weiterzubilden und verwies auf die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im Zimmererhandwerk bis hin zur Betriebsübernahme. Das Zimmererhandwerk gehe trotz seiner jahrhundertelangen Tradition immer auch mit der Zeit: „Wir kennen uns aus mit modernsten, computergesteuerten Maschinen, Drohnen auf Baustellen oder ökologischem Bauen.“
Die Übergabe von Urkunden war an diesem Nachmittag nicht nur für die Gesellen vorgesehen. Auch Johannes Schwarz wurde von Marc Siebert mit einer Urkunde überrascht, die Innung hat den Zimmerermeister aus Oelshausen zu ihrem Ehrenobermeister ernannt. Einen kurzen Blick auf den Goldenen Meisterbrief anlässlich seines 50-jährigen Meisterjubiläums durfte er auch schon werfen, „den darfst Du aber erst nach der Meisterfeier am 18. September mit nach Hause nehmen“, schmunzelte der stellvertretende Obermeiste Till Arend.
Im Anschluss an die Redebeiträge und vor dem gemütlichen Beisammensein mit Fassbier, Getränken, Salaten und Leckereien vom Grill, zubereitet vom Naumburger Fleischermeister Rudi Döring überreichten Obermeister Marc Siebert, sein Stellvertreter Till Arend und Lehrlingswart Gerrit Korhöfer die Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe.
Bestanden haben Lennard Bitter (Ausbildungsbetrieb: Schwarz Holzbau GmbH, Zierenberg-Oelshausen), Robin Radke (Holzbau Batz GmbH, Kaufungen), Till Röse (Ingo Schade Holzbau, Fuldatal), Lukas Schübel (Wilhelm Mette GmbH, Bad Emstal-Balhorn), Jonathan Tolle (Holzbau Recknagel GmbH, Grebenstein), Lennart Tschachtschal (Sander Holzbau GmbH, Hofgeismar), Kristian Voigt (Hans Schreiber Zimmerei und Dachdeckerei, Bad Karlshafen) und Robin Lehnert (Hans Schreiber Zimmerei und Dachdeckerei, Bad Karlshafen). Mit einem Geschenk noch einmal besonders geehrt wurde Jonathan Tolle, der von allen ehemaligen Auszubildenden die beste Gesellenprüfung abgelegt hatte.