Jahreshauptversammlung der Bezirksstelle Hofgeismar: Erste positive Signale trotz schwieriger Rahmenbedingungen – Nachwuchs, Qualität und weniger Bürokratie im Fokus
Hofgeismar. Die vergangenen Jahre waren für die Bauwirtschaft nicht einfach. Hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungszinsen und zunehmende bürokratische Anforderungen haben insbesondere den privaten Wohnungsbau ausgebremst. Doch bei den regionalen Bauunternehmen überwiegt die Zuversicht, dass sich die Situation wieder verbessern wird. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Bezirksstelle Hofgeismar des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V. am 21. Oktober deutlich.
Bezirksstellenleiter Kord Kayser, der im Verlauf der Versammlung einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, berichtete über aktuelle Entwicklungen der Branche und die Aktivitäten des regionalen Bauhandwerks.
Schwierige Zeiten, aber auch erste positive Signale
In der Unternehmerrunde zeigte sich ein differenziertes Bild: Während der private Wohnungsneubau weiterhin auf niedrigem Niveau liegt, ist die Auftragslage im Tiefbau vergleichsweise stabil. Auch Ausbau- und Sanierungsbetriebe verfügen weiterhin über Beschäftigung, wenngleich der Wettbewerb spürbar zugenommen hat.
Die Unternehmen sehen durchaus Chancen für eine Belebung der Bautätigkeit. Der Bedarf an Wohnraum, Modernisierungen und Infrastruktur ist schließlich unverändert vorhanden. Entscheidend sei nun, dass Bauvorhaben wieder wirtschaftlich umsetzbar werden und öffentliche Investitionen tatsächlich bei den regionalen Betrieben ankommen.
Weniger Bürokratie, mehr Zeit zum Bauen
Ein wichtiges Thema war der zunehmende Verwaltungsaufwand für die Unternehmen. Kayser machte deutlich, dass Vereinfachungen und schnellere Verfahren notwendig seien, um Investitionen und Bautätigkeit wieder anzukurbeln. Dass dies funktionieren kann, zeigt nach seiner Einschätzung die Bauaufsicht des Landkreises Kassel, für die er ausdrücklich lobende Worte fand: „In Sachen Baugenehmigungen ist man dort mittlerweile top aufgestellt. Dank der Digitalisierung werden Anträge schnell bearbeitet und erledigt.“ Ein positives Beispiel dafür, wie Digitalisierung Unternehmen und Verwaltung gleichermaßen entlasten kann.
Qualität und Nachwuchs sichern die Zukunft
Positiv bewertete Kayser auch die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk. Sie stärke die Bedeutung geprüfter handwerklicher Qualifikation und eröffne jungen Fachkräften klare berufliche Perspektiven. Die Gewinnung junger Menschen für die Bauberufe bleibt eine zentrale Aufgabe. Mit der Beteiligung an Berufsmessen und Schulveranstaltungen engagieren sich die Mitgliedsbetriebe aktiv dafür, Jugendlichen die vielfältigen Möglichkeiten und Karrierechancen im Bauhandwerk näherzubringen.
Neue Anforderungen bei öffentlichen Bauaufträgen
Rechtsanwalt Sven Liese, Geschäftsführer der Kasseler Verbandsgeschäftsstelle, informierte über die Entwicklungen beim Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetz sowie die Anforderungen an Tariftreuenachweise und Präqualifizierung. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Nachweise Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen künftig erbringen müssen und wie sich die Verfahren möglichst praktikabel gestalten lassen.
Vorstand einstimmig bestätigt
Bei den turnusmäßigen Neuwahlen bestätigten die Mitglieder Kord Kayser einstimmig als Bezirksstellenleiter. Auch Gunter Wagner wurde als sein Stellvertreter wiedergewählt. Dem Vorstand gehören außerdem Björn Herbold als Schriftführer, Udo Busch als stellvertretender Schriftführer und Sascha Butterweck als Beisitzer an.
Handwerkliche Beständigkeit gewürdigt
Zwei besondere Jubiläen boten Anlass zur Freude: Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Maik Fehring und sein Vater Detlef Fehring wurden für das 50-jährige Bestehen ihres Handwerksbetriebes geehrt.Thomas Söhnchen, Maurer- und Betonbauermeister, erhielt eine Ehrung für sein 25-jähriges Meisterjubiläum. Die Jubiläen stehen beispielhaft für das, was das regionale Bauhandwerk auszeichnet: fachliches Können, unternehmerische Verantwortung und Beständigkeit über viele Jahre hinweg.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Die Versammlung machte deutlich: Die Herausforderungen bleiben groß, doch die regionalen Bauunternehmen stellen sich ihnen mit Erfahrung, Fachwissen und unternehmerischem Engagement. Mit besseren Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und einer wieder anziehenden Bautätigkeit bestehen gute Perspektiven für die kommenden Jahre.