Nordhessisches Handwerk feierte seine Meister und Innungssieger
Meister beziehungsweise Meisterin wird man nicht über Nacht. Hinter diesem Erfolg stehen Engagement, Durchhaltevermögen und die Leidenschaft für das Handwerk. Der Meisterbrief verdient also höchste Anerkennung. Deshalb kamen am vergangenen Freitagabend auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Kassel und der Handwerkskammer im S-Finanz-Campus der Kasseler Sparkasse rund 320 festlich gekleidete Gäste zusammen, um die neuen Handwerksmeister und -meisterinnen sowie die Innungssieger der diesjährigen Gesellenprüfungen zu würdigen.
Mit den Worten „Wenn ich so in die Runde schaue, dann weiß ich: das Handwerk hat Zukunft“, eröffnete Kreishandwerksmeister Marc Döring das Programm und begrüßte die Gäste aus Handwerk, Politik, Wirtschaft, Kirche und Verbänden, sowie natürlich die zu ehrenden 78 neuen Meisterinnen und Meister. In seiner Rede betonte er, dass Handwerksbetrieb in der überwiegenden Zahl gewachsene Familienbetriebe sind, die vielfach schon seit Generationen bestehen. Handwerk ist nicht einfach nur ein Unternehmen, sondern oft eine Lebensgeschichte. „Sie haben sich erfolgreich den jeweiligen Anforderungen ihrer Zeit gestellt und es ist wichtig für das Handwerk und seine Kunden, dass diese Betriebe auch in Zukunft fortgeführt werden“. Er rief die jungen Meisterinnen und Meister dazu auf, sich intensiv dem Thema Betriebsnachfolge zu widmen. „Sie sind Menschen, die ihr Handwerk verstehen und das Können dazu haben. Sie werden gebraucht.“ Denn keine KI kann Erfahrung, Geschick und Kreativität und Verantwortungsbewusstsein ersetzen.
Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse und Gastgeber des Abends, wies in seinem Grußwort auf die enge Verbundenheit seines Kreditinstitutes mit dem regionalen Handwerk hin. „Engagierte junge Menschen wie Sie sind die Zukunft unserer Region.“ Er bezeichnete den Meisterbrief als „Türöffner“, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. „Viele Inhaber von Handwerksbetrieben suchen dringend einen Nachfolger.“ Sozialdezernent Dr. Norbert Wett unterstrich die gemeinsamen Bemühungen von Stadt und Handwerk, möglichst vielen jungen Menschen eine Ausbildung zur ermöglichen und nannte in diesem Zusammenhang die kooperativ geführte Sprachlernwerkstatt fürs Handwerk. „40 Prozent der Menschen in unserer Stadt haben einen Migrationshintergrund, gute Kenntnisse in der deutschen Sprache erleichtern den Einstieg in eine qualifizierte Ausbildung.“ Handwerkskammerpräsident Rolph Limbacher wandte sich in seinem Grußwort gezielt an die Innungsbesten und rief sie dazu auf, an den Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene teilzunehmen. „Die Euroskills 2027 finden in Deutschland statt, vielleicht vertreten Sie ja dabei Ihr Gewerk.“
Im Anschluss an die Wortbeiträge wurden zunächst die 18 Innungssiegerinnen und -sieger auf die Bühne gerufen und für ihre hervorragenden Leistungen geehrt.Von den jungen Menschen, die in den Startlöchern ihrer Handwerkerkarriere stehen, zu der Generation, die auf ein langes erfülltes Berufsleben zurückblicken können: für ihre jeweils 50-jährige Meistertätigkeit bekamen zehn Senioren den Goldenen Meisterbrief überreicht. In Gewerke aufgeteilt erfolgte anschließend die Verleihung der Meisterbriefe; überreicht von den Obermeistern der Innungen.
Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Kreishandwerksmeister Marc Döring bei den Rednern, bevor man sich bei einem Flying Buffet und Getränken zu Gesprächen und vielen Erinnerungsfotos zusammenfand. Locker ging es bis spät in die Nacht weiter – ein DJ lud die Gäste der Meisterfeier zur Party ein.