Vortrag und Diskussion bei der Mitgliederversammlung der Zahntechniker-Innung Kassel
Kassel. Das Interesse an der Mitgliederversammlung der Zahntechniker-Innung Kassel am 18. März im Tagungsraum des Bildungszentrums Kassel (BZ) war groß. Was nicht nur am ohnehin guten Zusammenhalt der Innungsmitglieder untereinander lag, sondern auch an diesem Nachmittag bestimmt am angekündigten Vortrag. Das Thema: „3D-Druck im Dentallabor 2026 – Zwischen Hype, Realität und Zukunftssicherheit“. Einen Überblick vermittelte – ebenso sachkundig wie unterhaltsam – Maximiliano González-Zimmermann, 2013 Gründer und Geschäftsführer der Firma IGO3D. Eine der Kernaufgaben des Unternehmens mit Sitz in Hannover liegt in der Erarbeitung von 3D-Druck-Lösungen für den Dentalmarkt. Darüber hinaus steht die Unterstützung von Unternehmen bei der Implementierung von Print Factories im Hinblick auf die Themen Industry 4.0 und Smart Factory im Vordergrund.
„Es ist längst nicht mehr die Frage, 'ob' 3D-Druck in Dentallaboren eingesetzt werden kann, heute heißt es dort längst 'wo noch'“, konstatierte Zimmermann im Hinblick auf den vielfach bereits zum Alltag gehörenden Einsatz von 3D-Druckern in Zahntechnikbetrieben. Der 3D-Druck sei hier längst ein „Werkzeug mehr“. Allerdings führe die Fülle an Druckern unterschiedlichster Leistungen und Software zu großer Unsicherheit in Hinblick auf eine Kaufentscheidung. „Zudem kommt quasi jeden Monat etwas Neues auf den Markt, das angeblich noch besser ist“, so der Experte, der als gelernter Zahntechniker weiß, wovon er spricht.
Ob beispielsweise Schienen, Totalprothesen, Interimsprothesen oder Nachbearbeitung – der Einsatz eines 3D-Druckers in einem Zahntechniker-Labor bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Seine Handlungsempfehlung an die Zahntechnikermeister: Legen Sie für sich fest, wo Sie den Drucker einsetzen möchten, zur Ablaufoptimierung, zur Automatisierung oder zu welchem Zweck? Welches Material, welche Programme sollen verwendet werden? Zudem sollten Drucker – längst stark von der KI geprägt – „easy to use“ sein. Maximiliano González-Zimmermann: „Mein Tipp: Fällen Sie Ihre unternehmerische Entscheidung zusammen mit einem unabhängigen Experten.“
Nach einer regen Diskussion über das soeben Gehörte, skizzierte Obermeister Raoul Gerhold in seinem Rechenschaftsbericht die zurückliegenden Aktivitäten im Bereich der Zahntechniker-Innung. So wurden beispielsweise im Schulungslabor im BZ Geräte und Maschinen erneuert. Weitere Themen waren die Verhandlungen mit den Krankenkassen und die Lohn- und Kostenstruktur in den einzelnen Betrieben. „Die Labordichte in Nordhessen nimmt deutlich ab“, erläuterte Raoul Gerhold, immerhin verfüge die Innung dank drei neu hinzu gekommener Betriebe gegenwärtig über 62 Mitglieder. Der Obermeister freute sich, auch an diesem Abend Ehrungen durchführen zu können: für sein 25-jähriges Betriebsjubiläum und sein 25-jähriges Meisterjubiläum nahm Rolf Peter Nadler gleich zwei Urkunden und die Glückwünsche der Kollegen entgegen. Eine Urkunde und Glückwünsche gab es auch für Jörg Tolksdorf zu dessen 25-jährigen Meisterjubiläum.